Kaffeerost trifft die Pflanze im Kern

Der sogenannte Kaffeerost, in Lateinamerika meist La Roya genannt, ist eine Pilzerkrankung, die weltweit zu den verheerendsten Bedrohungen des Kaffeeanbaus zählt. Verursacht wird sie durch den Pilz Hemileia vastatrix, der die Blätter der Kaffeepflanze befällt, ihre Photosynthese blockiert und die Pflanze langfristig schwächt, bis sie kaum noch oder gar keinen Ertrag mehr bringt.

Besonders dramatisch traf La Roya den lateinamerikanischen Raum zwischen 2011 und 2014. In dieser Zeit begünstigten steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und Monokulturen eine explosionsartige Ausbreitung des Pilzes. Ganze Regionen verloren innerhalb weniger Jahre ihre wirtschaftliche Grundlage. In vielen Ländern Süd- und Mittelamerikas wurden über 70–90 % der Kaffeepflanzen geschädigt oder zerstört.

Auch unsere Plantage blieb davon nicht verschont. Innerhalb kurzer Zeit wurden über 90 % der Bestände vernichtet. Der Kaffeeanbau, einst Lebensgrundlage für das Land und die Menschen, war wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Die Plantage stand faktisch vor dem Aus. Ausgelaugt, entwertet und ohne kurzfristige Perspektive.
Was blieb, war ein geschädigtes Land, verunsicherte Menschen und die Frage, ob man aufgibt oder einen anderen Weg einschlägt.