Entscheidung gegen Aufgabe

Als die Kaffeeplantage wirtschaftlich am Ende war, stand eine Entscheidung an, die weit über Zahlen und Erträge hinausging. Der damalige Kern der Finca: Angelo Carbone, Ralf Höschler und Jürgen Koch  traf bewusst eine ungewöhnliche Wahl:

Nicht aufzugeben.

Statt den langjährigen Verwalter Félix Pérez zu entlassen und das Projekt zu beenden, entschieden sie sich für Verantwortung. Für die Menschen. Für Kontinuität. Und für einen Weg jenseits klassischer Wirtschaftlichkeit. Aus dieser Haltung heraus entstand die Geburt des sozialen Projekts „Finca Fuente Vieja“.

Ziel war es, die Plantage vorerst vom wirtschaftlichen Leistungsdruck zu lösen und stattdessen als rein soziales Projekt weiterzuführen.
Die Menschen im Dorf sollten trotz der Zerstörung der Kaffeeplantage eine Perspektive behalten: Arbeit, Stabilität und Würde. Félix blieb, als Konstante, als Bindeglied zwischen Land, Geschichte und Gemeinschaft.

Spenden, die Zukunft möglich machen

Durch das Sammeln von Spenden und deren gezielte Umwandlung in ein soziales Modell wurde der Erhalt der Plantage gesichert. In Deutschland wurde das Projekt genutzt, um einen alternativen Ansatz zu klassischen Fairtrade-Strukturen zu erproben: getragen nicht von globalen Konzernen, sondern von engagierten deutschen Unternehmen, die Verantwortung übernehmen wollten. Direkt, transparent und wirksam.

Diese Entscheidung war kein einfacher Weg. Sie war getragen von Überzeugung. Von dem Glauben, dass ein Projekt nicht endet, nur weil es wirtschaftlich scheitert. Und dass echte Nachhaltigkeit dort beginnt, wo Menschen nicht fallen gelassen werden.

Die Entscheidung gegen die Aufgabe war der Wendepunkt. Sie legte den Grundstein für alles, was Finca Fuente Vieja heute ist und für das, was noch wachsen darf.