Agroforst-Vision
Im Jahr 2021 wurde eine grundlegende Entscheidung getroffen: den Wert des Landes wieder sichtbar zu machen und die Plantage Schritt für Schritt in das zu verwandeln, was sie einst war. Nicht durch eine Rückkehr zu alten Monokultur-Modellen, sondern durch einen bewussten Bruch mit ihnen. Der Blick richtete sich zurück auf den Ursprung des Kaffees und nach vorne in eine widerstandsfähige Zukunft. Hochwertiger Arabica-Kaffee wächst nicht im Gleichschritt industrieller Systeme, sondern im Schutz lebendiger Wälder. Genau hier setzt unsere Agroforst-Vision an. Agroforst bedeutet, Kaffee nicht isoliert zu denken, sondern als Teil eines vielfältigen Ökosystems: unter Schattenbäumen, zwischen Frucht- und Edelhölzern, eingebettet in Bodenleben, Mikroklima und Biodiversität.
Dieses System gibt der Kaffeepflanze zurück, was ihr in den letzten Jahrzehnten genommen wurde: Zeit, Schutz und Balance. Schatten reduziert Hitzestress, tiefwurzelnde Bäume stabilisieren den Wasserhaushalt, Laub und organisches Material nähren den Boden. Wind wird gebrochen, Verdunstung reduziert, extreme Wetterlagen abgefedert. In einer Zeit von steigenden Temperaturen, intensiver Sonne, unregelmäßigem Regen und zunehmendem Klimastress ist das kein Idealismus, sondern Notwendigkeit.
Wir erwarten von diesem Ansatz nicht nur resilientere Pflanzen, sondern bessere Qualität. Langsameres Wachstum bedeutet dichtere Bohnen, komplexere Aromen und einen Kaffee mit Charakter – geprägt vom Ort, vom Boden und vom Zusammenspiel der Natur. Gleichzeitig entsteht ein System, das langfristig stabil ist, weniger externe Inputs benötigt und sich selbst regenerieren kann.
Unsere Agroforst-Vision ist damit mehr als ein Anbaukonzept. Sie ist eine Antwort auf die Fehler der Vergangenheit und ein Versprechen an die Zukunft: Kaffee nicht gegen die Natur zu produzieren, sondern mit ihr. Finca Fuente Vieja soll wieder ein lebender Wald werden, in dem Kaffee wächst – so, wie er ursprünglich gedacht war.
