Wiederaufbau in Phasen
Der Wiederaufbau der Finca Fuente Vieja folgt keinem starren Masterplan, sondern einem bewusst phasenweisen Ansatz. Denn ein lebendiges Agroforstsystem lässt sich nicht erzwingen – es muss gelesen, verstanden und Schritt für Schritt entwickelt werden.
Im Jahr 2021 wurde gemeinsam mit allen Gesellschaftern der einheitliche Beschluss gefasst, die Plantage wiederzubeleben. Nicht radikal, nicht überstürzt, sondern mit Respekt vor dem bestehenden Bestand. Statt großflächig zu roden, fiel die bewusste Entscheidung, nicht alle Bäume zu fällen, sondern gezielt einzelne Bäume zu entnehmen. Ziel war es, den richtigen Anteil an Sonnenlicht freizugeben, ohne das natürliche Gleichgewicht zu zerstören.
Ein erster zentraler Schritt war die Wiederbelebung alter Wege. Diese historischen Pfade strukturieren die Plantage, machen Pflege möglich und schaffen Orientierung im Gelände – insbesondere in den Hanglagen. Entlang dieser Wege begann Félix Pérez mit der behutsamen Pflege der Flächen: das Entfernen von unnötigem Gestrüpp, das Zurückdrängen invasiver Pflanzen und die Reinigung der Flächen, ohne den Boden zu verletzen oder das Waldgefüge aufzubrechen.
Parallel dazu wurde der Grundstein für die Rückkehr des Kaffees gelegt.
In verschiedenen Bereichen der Plantage wurden rund 5.000 Setzlinge gepflanzt – bewusst verteilt, eingebettet in bestehende Strukturen und angepasst an Lage, Schatten und Boden. Ergänzend kamen Obstbäume wie Orangen-, Avocado- und Mangobäume hinzu, um das Agroforstsystem von Beginn an vielfältig, resilient und nutzbar zu gestalten.
Der Wiederaufbau bleibt dabei ein fortlaufender Prozess. Zu den weiteren Phasen gehören die Erneuerung und Stabilisierung der Wege, insbesondere an den Hängen, die Sicherung der Hanglagen gegen Erosion, das konsequente Entfernen von Schlingpflanzen, das gezielte Beschneiden von Bäumen sowie die kontinuierliche Pflege des Licht- und Schattenverhältnisses. All diese Maßnahmen sind notwendig, um aus einem verwilderten Wald wieder ein funktionierendes Agroforstsystem entstehen zu lassen.
