Die Idee hinter der Finca Fuente Vieja

Der Ursprung der Finca Fuente Vieja liegt nicht in einem Geschäftsplan, sondern in einer persönlichen Überzeugung. Ausgelöst wurde sie durch die Vision von Angelo Carbone, der nach mehr als drei Jahrzehnten in der Kaffeebranche eine zentrale Frage nicht mehr losließ:

Was bedeutet Ursprung wirklich?

Nach mehreren Aufenthalten in der Dominikanischen Republik und intensiven Einblicken in den lokalen Kaffeeanbau entstand der Wunsch, Kaffee nicht nur zu handeln, zu rösten oder zu erklären, sondern ihn selbst am Ursprung zu verstehen und mitzugestalten. In einer Branche, in der viel über Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz gesprochen wird, sollte ein Ort entstehen, an dem diese Begriffe überprüfbar werden.

Die Vision war von Beginn an klar: Eine eigene Kaffeeplantage, eingebettet in eine Dorfgemeinschaft, mit fairen Arbeitsbedingungen, ökologischer Verantwortung und echter Nähe zu den Menschen vor Ort. Nicht als romantisches Ideal, sondern als lernender Prozess – offen, ehrlich und langfristig gedacht.

Es folgte eine mehrjährige Suche. Verschiedene Regionen wurden bereist, bestehende Plantagen besichtigt, Gespräche mit Landbesitzern und lokalen Akteuren geführt.

Am Ende überzeugte ein besonderes Grundstück im Hochland von San Víctor: gut erreichbar, nah an einer Dorfgemeinschaft, geprägt von einem Bachlauf und einer eigenen natürlichen Quelle. Diese Quelle wurde Namensgeberin der Plantage – Finca Fuente Vieja, das Grundstück an der alten Quelle.

Mit rund 11 Hektar war die Größe bewusst gewählt: überschaubar, realistisch finanzierbar und geeignet für einen nachhaltigen Aufbau. Schnell wurde klar, dass ein solches Vorhaben nicht allein zu tragen ist. Es entstand ein Partnerkreis aus gleichgesinnten Unternehmern aus Deutschland, Italien und Österreich, die nicht nur Kapital, sondern auch Haltung einbrachten. Mit dem Einstieg weiterer Partner wurde aus einer persönlichen Idee ein gemeinsames Projekt.

Parallel dazu begann der formale Aufbau vor Ort: die Gründung der Gesellschaft in der Dominikanischen Republik, rechtliche Absicherung, Eigentumsübertragung, Verträge, Behördenwege. Ein Prozess, der Zeit, Geduld und Präsenz erforderte – und der das Fundament für alles Weitere legte.

Mit dem Erwerb der Plantage begann die eigentliche Verantwortung. Ein bestehender Mitarbeiter wurde übernommen und erstmals sozial abgesichert. Die Einbindung der Dorfgemeinschaft wurde aktiv vorangetrieben, soziale Projekte initiiert und unterstützt. Gleichzeitig rückte die langfristige Perspektive in den Fokus: Rekultivierung, Wiederaufbau und die schrittweise Rückführung von Wertschöpfung auf die Plantage selbst.

Die Geschichte der Finca Fuente Vieja ist damit keine abgeschlossene Erzählung. Sie ist der Anfang eines Weges – getragen von Neugier, Verantwortung und dem Anspruch, Ursprung nicht nur zu benennen, sondern zu leben.